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La Chana

Tanzen mit zwei gebrochenen Rippen und einer zerbrochenen Seele

Im November wurde im Teatre Nacional de Barcelona der Dokumentarfilm über La Chana präsentiert, an demselben Ort also, an dem sie vier Jahre zuvor nach ihrer langen Abwesenheit einen Auftritt hatte, den jeder, der dabei war, nicht so schnell vergessen konnte. Ich war da, also weiß ich, wovon ich spreche. Der Anlass war eine Hommage an die unvergessliche Carmen Amaya und zu sehen, wie diese Gitana aus Barcelona ihre Ängste abstreifte und sitzend tanzte, weil sie anders nicht mehr tanzen kann, war ein totaler Luxus. Am selben Abend erwiesen übrigens auch Mayte Martín und Rocío Molina, zwei weitere Größen des Flamenco, der „Capitana“ Carmen Amaya ihre Referenz. Ein Teil dieses Auftritts ist im Dokumentarfilm „La Chana“ von Lucija Stojevic zu sehen, der schon auf 59 Festivals auf den fünf Kontinenten gezeigt wurde. In Barcelona sagte Deirdre Towers, Hauptproduzentin des Films folgendes: „La Chana sollte für alle eine Inspiration und ein Anstoß sein, vor allem für die Frauen.“ Und dass dieser Satz nicht    nur so dahingesagt ist, zeigt der Film ganz deutlich: La Chana gab ihre Karriere nicht aus eigenem Willen auf, sondern weil sie von ihrem ersten Ehemann dazu gezwungen wurde. „In der Welt der Gitanos hat der Mann das Sagen“, sagt die Tänzerin in einer Szene des Films und bezieht sich dabei auf ihre Gemeinschaft, aber in Wirklichkeit spricht sie auch über das Land, in dem sie lebt.

Im Film erinnert sie sich an ihre glorreichen Jahre, aber auch an ihren gewaltsamen Rückzug, ohne etwas hochzuspielen erzählt sie auch einige Details über das Zusammenleben mit jenem Mann. „Ich habe gut getanzt, aber es ging mir nicht gut: Ich hatte zwei gebrochene Rippen“, sagt diese mutige Frau und wenn man die Szene sieht in schwarz-weiß, auf die sie sich bezieht, tanzte sie zwar, aber sie war verwundet, am Körper, am Herzen und an der Seele. Bemerkt hat das niemand.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der Printausgabe der ANDA 135.